Auch eine Art von Bürgerwehr

R E T T U N G   M I T   R O S S I N I

IN  WILDBAD  BEWAHRTEN  BÜRGER  ZWEI  BADBAUTEN  VOR  DEM  ABRISS

Artikel aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Nr. 245, S. 42 vom 21.10.2005
Aus einem Artikel von TIMO JOHN

"Bad Wildbad liegt im engen Tal der Enz, einem Nebenfluss des Neckars. Als "Staatsbad" war die Stadt wegen ihrer Thermalquellen im neunzehnten Jahrhundert eines der berühmtesten Kurbäder Deutschlands. Die Zarenfamilie und der Preußenkönig Wilhelm suchten hier Zerstreuung und Heilung. In den letzten Jahren ist nun in Bad Wildbad ein besonderes Engagement von Bürgern der Stadt zur Rettung historischer Gebäude aus der Tradition des Bäder- und Kurwesens zu beobachten. Die erfolgreiche Rettung des ehemaligen königlichen Kurtheaters mutet da fast wie ein Märchen an..."
"Die Rettung des Kurtheaters könnte auch als Vorbild für einen anderen Pflegefall in Bad Wildbad werden, die 1933/34 erbaute Trinkhalle. Auch diesem Hallenbau im Stil der Neuen Sachlichkeit drohte der Abriss. Die in Holzbauweise erstellte Halle ist über einem Betonsockel errichtet, im Sockel befindet sich das Kurpark-Restaurant mit großer Terrasse und einem später angefügten Tanzpavillon mit sechseckigem Grundriss. Wiederum ist es bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken, dass dieses Zeugnis der Bäderkultur des zwanzigsten Jahrhunderts gerettet werden kann. Der Förderverein "Trinkhalle Wildbad" übernahm das Gebäude vom Land - diesmal für einen Euro - das Land steuert zur Sanierung weitere 750.000 Euro bei. Einer Instandsetzung des Baus zu einer Mehrzweckhalle für die Stadt Wildbad steht nun nichts mehr im Wege. Bereits in diesem Jahr konnte das Restaurant zur Freude der Kurgäste wiedereröffnet werden."