Kurz vor der Umbauphase

Vor dem Glanz steht die Arbeit

In die heiße Phase gehen die Planungen für die Renovierung der Wildbader Trinkhalle – Förderverein will mit Küche, Fenstern und Fassade beginnen

Bad Wildbad. Der erste Pächter hat sich das zur Trinkhalle gehörende Restaurant angeschaut. Die Planungen zur Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes gehen für den Förderverein damit in die heiße Phase.

Von PZ-Redaktionsmitglied
Nadine Schmid
Artikel aus der „Pforzheimer Zeitung“ vom 12.01.2005

Das Kurparkrestaurant, der untere Teil der Trinkhalle, ist der erste Teil, der zu Beginn der Sommersaison in Betrieb genommen werden soll. „Das Geld aus Restaurant-Verpachtung und Mieteinnahmen von Veranstaltungen brauchen wir für die Deckung der laufenden Kosten“, sagt Martin Hohloch.

Der Vorsitzende des Fördervereins Trinkhalle hat bereits acht Anfragen von der Arbeitsgemeinschaft Fasching über das Enztal-Gymnasium, die Stada-Radakademie, bis hin zu Top-Job-Börse und Musikverein, die alle in diesem Jahr auf den 1000 Quadratmetern der Trinkhalle feiern oder ausstellen wollen. Darum sind die ersten Renovierungsarbeiten in der Halle auch erst für den Herbst geplant. Trotzdem: „Wir treiben die Planung jetzt voran“, sagt Architekt und Vorstandsmitglied Hans-Henning Saß.

 

Gemeinderat muss zustimmen

Anfang März wird im Landtag in Stuttgart über den Zuschuss von rund 750 000 Euro abgestimmt, den das Land als bisheriger Eigentümer bereit ist, für die Trinkhalle zu geben (die PZ hat berichtet). Stimmt auch der Wildbader Gemeinderat dem Anteil der Stadt von rund 90 000 Euro zu, der im Haushalts-Vorentwurf für 2005 steht, dann wird der Förderverein im Grundbuch als Eigentümer der Trinkhalle eingetragen. Und dann wird renoviert.

Gastronomie pünktlich starten

Zuerst soll die Küche auf den erforderlichen Stand gebracht und der Nutzungsbereich verkleinert werden, damit die Gastronomie pünktlich starten kann. Im Herbst stehen dann die raumhohen Fenster in der Halle auf dem Plan und sobald wie möglich danach bekommt die Fassade einen neuen Anstrich. Von der Decke bis zum Bodenbelag, von der Beschallungsanlage bis zum Bühnenvorhang wird dann frischer Glanz in die Hütte gebracht. Eine mobile oder fest installierte Trennwand soll es ebenfalls geben. Die wird den 90 Meter langen Raum zweiteilen. 1,2 Millionen Euro soll alles kosten.
„In dieser Berechnung haben wir rund 300 000 Euro außen vor gelassen“, sagt Saß. Die sollen von Stiftungen kommen und dann für neue Stühle, einen Garderobe- und Thekenbereich in der Halle, eventuell eine Treppe, die Restaurant und Halle verbindet, und einen Essens-Aufzug ausgegeben werden. Auch eine Behinderten-Toilette hält Saß für machbar. Bisher müssen Rollstuhlfahrer auf einem Weg, der zur Terrasse des Kurpark-Restaurants führt hinunterrollen, um die Terrasse herum und über die Terrasse zurück, bis sie an der Toilette ankommen. Das ist um so schlechter, weil auch das Kurtheater, das im Sommer eröffnet wird und der Musik-Pavillon keine eigenen sanitären Anlagen haben und die der Trinkhalle mitbenutzen.

Innenansicht vor den UmbaumaßnahmenKonzertbereich: Die 90 Meter lange Wildbader Trinkhalle ist in drei Bereiche aufgeteilt, den Konzert- (linkes Bild), den Ausstellungs- und den Büfettbereich. Diese sollen auch im Nutzungskonzept von Hans-Henning Saß (rechtes Bild, links) und Martin Hohloch vom Förderverein Trinkhalle erhalten bleiben. Mit der Renovierung wollen sie im Herbst beginnen.        Fotos: Seibel

Geländer bald Mauer

Die Brüstung, die entlang der Halle läuft und die jetzt abgesperrt ist, damit niemand auf den Platten ausrutscht, könnte ebenfalls verändert werden. Zurück zum Ursprünglichen lautet hier Saß' Devise. Bevor ein Geländer die Brüstung begrenzte, lief dort eine Mauer entlang. Zum Bauhaus-Stil der Trinkhalle, übrigens ein Schnellbau aus Holz, würde das passen, meint der Architekt. Jetzt hoffen Hohloch und Saß auf die schnelle Abwicklung der Formalitäten. Damit durch das noch verstaubte Flair der Halle bald wieder Besucher flanieren. Den Sekt in der Hand und den Kurpark im Blick.

  • Die Fenster in der Trinkhalle werden als Erstes erneuert. 
    Die Küche im Restaurantbereich soll verkleinert werden.
    Das Geländer
    wird vielleicht einer Mauer weichen.