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Presseartikel

Eckpfeiler im Kulturquadrat von Wildbad

Konzept des Fördervereins: Trinkhalle wichtige Ergänzung zu Kurtheater, Haus des Gastes und Kurhaus

Damit sich die Kultur im Kurort weiter entfalten kann, ist die Trinkhalle unerlässlich.

Von Wolfgang Krokauer

Bericht aus dem Enztäler, 30.12.2003

Bad Wildbad. Für den Förderverein Trinkhalle Wildbad ist die Trinkhalle neben dem Haus des Gastes, dem Kurhaus und dem Kurtheater der vierte Eckpunkt eines Kulturquadrates in Bad Wildbad. Die Halle soll Tagungs- und Kulturzentrum werden.

Das machte der Förderverein in seinem vorläufigen Nutzungskonzept deutlich, das dem »Enztäler« vorliegt. Wie berichtet will der Verein Anfang nächsten Jahres in Zusammenarbeit mit imakomm, einem Institut für Marketing und Kommunalentwicklung, das bereits das Leitbild für die Stadt erstellt hat, ein entgültiges Konzept für die Trinkhalle vorlegen und das Gebäude damit vor dem Abriss bewahren. Die Trinkhalle ist laut Denkmalschutzgesetz ein Kulturdenkmal.

Das vorläufige Nutzungskonzept hat acht Bausteine. Ein wichtiges Element bleibt das Staatsbad. So soll das Kurorchester weiter in der Trinkhalle auftreten. Die landeseigene Tochtergesellschaft soll in der Halle auch Ausstellungen organisieren.

Darüber hinaus könnten Unternehmen die Trinkhalle für Tagungen und für Freizeit- und Kulturevents nutzen. Nicht außen vor darf die Stadt mit ihren zahlreichen Vereinen bleiben. So könnten etwa der Musikverein und die Musikschule besondere Highlights wie Balett anbieten. Besonders wichtig ist dem Förderverein die Einbindung der Schulen. Der SWR könnte seine Danceevents veranstalten.

Als Messezentrum, etwa im Bereich Gesundheit, würde die Trinkhalle weiter Profil gewinnen. Nicht außen vor bleibt das Restaurant mit Tanz-, Jazz- und Kulturveranstaltungen.

Besonders wichtig wäre die Trinkhalle für das Rossini-Festival. Festival-Chef Jochen Schönleber macht schon seit längerer Zeit deutlich, dass er eine größere Spielstätte als die bisher vorhandenen benötigt. »Da das interessante Reservoir an Stücken, welche die Attraktivität des Festivals für ein kundiges Publikum langfristig sichern können, fast ausschließlich größer besetzt ist, kommt die Entwicklung unseres Belcanto-Festivals dadurch zwangsläufig in eine Sackgasse, wenn eine neue, geeignete Spielstätte nicht erschlossen wird«, so Schönleber. Er würde 650 bis 750 Plätze benötigen, was die Trinkhalle bieten könnte.

Auch über das Leitungskonzept hat sich der Förderverein Gedanken gemacht. So soll der Förderverein selbst Betreiber und eventuell Eigentümer der Trinkhalle werden. Er soll das Nutzungskonzept umsetzen sowie die Hausmeister- und Reinigungsarbeiten organisieren. Um das Tagungs- und Kulturzentrum zu leiten, soll ein Kulturreferent auf 400-Euro-Basis eingestellt werden. der Referent soll Veranstaltungen an Land ziehen, sie koordinieren und über die Bühne bringen. Er hat auch die Aufgabe, Belegungspläne aufzustellen und sich um die Finanzen zu kümmern.

Für den laufenden Betrieb braucht der Verein rund 47 000 Euro, die er über die Pachteinnahmen aus dem Resaurant (24 000 Euro), Veranstaltungen (15 000 Euro) sowie Beiträge und Spenden abdeckt. Aus zusätzlichen Einnahmen möchte der Förderverein Rücklagen zur weiteren Renovierung und als zusätzliche Sicherheit bei Pachtausfall bilden. Ob der Verein jedoch die gewünschte Rückfallversicherung von der Stadt bekommt, ist noch unklar.